“Exit” – Performance, Polen, 2014

EXIT

Performance und Installation, Gefängnis Montelupich/Krakau, 2014 

Licht- und Schatten-Installation und Konzert mit Gesang und Orgel(=Keyboard) im Gefängnis Montelupich/Krakau, 2014  in einer Gefängniszelle unter Beteiligung und in Anwesenheit eines Inhaftierten. 

Mit Platos“Höhlengleichnis“ im Hinterkopf wurde die Gefängniszelle Nr. 148 für eine gute Stunde verdunkelt und durch Licht, Schatten und Klang aufgeladen und entgrenzt. Der Inhaftierte war am Tag zuvor interviewt und seine Fußabdrücke als Lebensspuren aufgezeichnet, vervielfacht und durch phosphoreszierendes Pigment zum Leuchten gebracht worden. In einem partizipatorischen Dialog richteten der Inhaftierte und die Künstlerin die Installation in der Zelle her: zu den persönlichen Utensilien kamen Exit- und Hinweisschilder für Fluchtwege. Mit seinen „Fußspuren“ markierte er die Wege, die er in 24 Stunden Zellenaufenthalt hin- und herläuft. Vor Beginn der Performance wurde der Schatten des Inhaftierten durch einen Flash auf Leinwänden festgehalten, als Portrait vor dem Spiegel der kleinen Nasszelle und in Lebensgröße auf einer Leinwand. „My ghost will be inside“, sagte er. Während sämtliche phosphoreszierende Bildelemente nachleuchteten, gab es ein Konzert für Sopran (Ulrika Eller-Rüter) und die in der Zelle platzierte Orgel (Friedemann Geisler): eine Aufführung von „Leçons de Ténèbres Nr. 2 für Sopran und Orgel von François Couperin, 1715 und des Sterbelieds der Dido aus „Dido and Aeneas“ von Henry Purcell. Die Musik durchdrang die Wände: eine Entgrenzung von Raum und Zeit durch Licht und Klang, EXIT.